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Die Zukunft beginnt heute: Telemedizin in der MHH

Vom Erfolg der Telemedizin überzeugt: Ministerpräsident Christian Wulff mit MHH-Vizepräsident
Dr. Andreas Tecklenburg und Professor Dr. Thomas Lenarz

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2. Hybrid-L-Workshop der Firma Cochlear

Neue Implantate erfordern auch neue Operationstechniken. Die in Zusammenarbeit mit der Firma Cochlear und dem Team um Prof. Lenarz an der HNO-Klinik der MHH entwickelte neue Elektrode Hybrid-L erfordert eine hörerhaltende OP-Technik. Die Hybrid-L-Elektrode ist kürzer und schmaler als die Elektrode eines klassischen Cochlea-Implantats. Sie ist geeignet für Patienten mit einer Hochtontaubheit, d.h. sie hören nur noch die tiefen Töne. Um dieses Restgehör auch zu erhalten und nicht durch eine zu lange und zu dicke Elektrode zu zerstören, wurde in Hannover die hörerhaltende OP-Technik entwickelt. Sie verhindert auch, dass Flüssigkeit aus dem Innenohr austritt, was wiederum das Gehör zerstören würde. HNO-Fachärzte lernen dies in Hannover anhand von Live-Operationen und mittels Übungen an Präparaten.

Nachdem Cochlear bereits deutsche HNO-Fachärzte in der Handhabung des neuartigen Implantats geschult hat, wurden im November 2009 Ärzte aus Frankreich und Nord-Afrika weitergebildet.
 

1. Hannoverscher Kurs für endonasale Nasen- und Nasennebenhöhlenchirurgie

Am 13. und 14. November 2009 fand in der HNO-Klinik der MHH der erste Kurs für endonasale Nasen- und Nasennebenhöhlenchirurgie statt. Unter der fachlichen Anleitung international anerkannter Operateure Prof. Wolfgang Draf (International Neuroscience Institute Hannover), Prof. Barbara Wollenberg (Universitätsklinikum in Lübeck) und Prof. Thomas Lenarz (Direktor der HNO-Klinik und des Hörzentrums Hannover der MHH) konnten sich 20 HNO-Ärzte aus Deutschland und Europa auf dem Gebiet der Nasen- und Nasennebenhöhlenchirurgie fortbilden. Besondere Beachtung fanden hierbei neben der Übertragung von Live-Operationen aus dem OP die Präparationsübungen an anatomischen Präparaten, welche in Zusammenarbeit mit dem anatomischen Institut durchgeführt werden konnten. Dadurch konnten die Teilnehmer ihre Kenntnisse der Nasennebenhöhlenchirurgie festigen und Aspekte in der Therapie auch von seltenen Erkrankungen mit den Operateuren diskutieren. Neueste Operationstechniken und modernste Ausrüstung rundeten den positiven Eindruck bei den Teilnehmern ab und garantierten eine Fortbildungsveranstaltung auf international höchstem Niveau.

 

Ideen-Expo 2009

Die HNO-Klinik der MHH, das Hörzentrum Hannover und das Laser Zentrum Hannover waren mit „Neuen Laseranwendungen in der Medizin“ auf der Ideen-Expo vertreten. Vom 5. bis 13. September konnten sich die Besucher – zumeist Kinder und Jugendliche – über die neuen Möglichkeiten des Lasereinsatzes informieren. Denn Laser werden in der Medizin längst nicht mehr nur zum Schneiden von Geweben verwendet. Innovative Techniken eröffnen neue Möglichkeiten zur Diagnose und Therapie diverser Krankheiten.

  • Bildgebung mit Laser: Mit Laserlicht können mikroskopische Bilder von lebendem Gewebe erzeugt werden, um zum Beispiel Tumoren schneller erkennen zu können.

  • Laserstimulation: Durch Stimulation mit Laserlicht können geschädigte Nerven- und Sinneszellen wieder aktiviert werden, um zum Beispiel Schwerhörigkeit und Lähmungen zu behandeln.

  • Automatisches Schneiden: In Verbindung mit einer hochauflösenden Bildgebung können moderne Laser viel präziser arbeiten als der Chirurg. Der Operateur steuert dabei den Eingriff am Computer.

Zahlreiche Besucher informierten sich über die medizinischen Innovationen: Schüler und Studenten, Wissenschaftsinteressierte aller Altersgruppen aber auch Politiker wie Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff oder Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann besuchten den Stand. Sie alle haben sich die neuen Laseranwendungen erklären lassen; der eine oder andere nutzte auch die Möglichkeit, mit einem bildgebenden Verfahren (der Optischen Cohärenz-Tomographie), sich selbst zu untersuchen.



v. l. n. r.: Prof. Hans Georg Näder (Otto Bock), Sven Balster, Franziska Maser, Prof. Dr. med. Anke Lesinki-Schiedat (alle drei HNO-Klinik und Hörzentrum Hannover der MHH), Dr. Marlena Robin-Winn (Norddeutsches Knochenmark- und Stammzellspender-Register) und Christian Wulff (Ministerpräsident des Landes Niedersachsen) auf der Ideen-Expo.

 

500,- Euro für den HNO-Förderverein

Die Celler Tinnitus-Selbsthilfegruppe (http://www.tinnitus-selbsthilfegruppe-celle.de/) überreichte Prof. Thomas Lenarz (vertreten durch Oberärztin Anke Lesinski-Schiedat), und Uta Schäfer vom Förderverein der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) 500,- Euro.  Klaus Hausmann, Gesundheitsberater und Leiter der Selbsthilfegruppe, sammelte den Betrag mit seiner Gruppe im Rahmen einer Aktionswoche in Celle im vergangenen Jahr. „Wir möchten damit die Arbeit des Hörzentrum Hannover und der HNO-Klinik der MHH für hörgeschädigte Kinder unterstützen.“

Unter dem Motto „Hör mal!“ beteiligten sich 23 Schulen und neun Kindergärten aus der Stadt und dem Landkreis Celle in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle sowie dem Gesundheitsamt des Landkreises Celle von April bis September 2008 an zahlreichen Aktivitäten. Höhepunkt und Abschluss war die Woche des Hörens “Celle hört!“ mit diversen Aktionen in der Celler Innenstadt Ende September, in deren Rahmen auch das Geld gesammelt wurde. „Wir wollten gezielt Kinder und Jugendliche über die Gefahren durch Lärm aufklären. Denn Hörgewohnheiten entstehen früh, und Höreinschränkungen gibt es zunehmend auch bereits bei kleinen Kindern“, betont Hausmann.

Mit Vorträgen, Höraktionen wie die „Hörmeile“, Workshops zum Thema Hören und Zuhören wurde die Celler Bevölkerung informiert. Bei Fragen wie „Wie laut ist der Straßenverkehr?“ oder „Wo ist es in der Stadt leise?“, bei Hörtests vor Ort und Glücksraddrehen wurde dann fleißig gespendet. „Wir freuen uns über die Anerkennung und Unterstützung unserer Arbeit für unsere hörgeschädigten Patienten, und schätzen das ehrenamtliche Engagement“, so Lenarz.

Ansprechpartnerin des HNO-Fördervereins:
Uta Schäfer -Schaefer.Uta@mh-hannover.de
http://www.hno-mhh.de/download/Foerderverein_flyer.pdf


 

9th European Symposium on Paediatric Cochlear Implantation

Das Team der HNO-Klinik und des Hörzentrums Hannover der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) war in diesem Jahr auf dem Europäischen CI-Kongress in Warschau vom 14. bis 17. Mai erneut prominent vertreten. Mit Vorträgen zum gesamten Themenspektrum der Hörsysteme wie Cochlea-Implantate und deren Weiterentwicklungen wie Hybridgeräte stellten die Mitarbeiter ihre internationale Führungsposition wiederum unter Beweis. Richtungsweisende aktuelle Trends wie hörerhaltende Chirurgie, Sprachverarbeitung für schwierige Hörsituationen oder die Neuentwicklung von Elektrodensystemen wurden vom HNO-Team vor Ort vorgegeben. Insgesamt waren 23 Mitarbeiter vor Ort vertreten und haben 19 Vorträge gehalten.

Die Keynote Lecture mit dem Titel „Implantierbare Hörsysteme zur mechanischen Stimulation des Innenohrs – eine zukünftige Ergänzung von Cochlea-Implantaten?“ hielt Klinikdirektor Prof. Lenarz. Er zog nach Abschluss der Veranstaltung ein überaus positives Fazit: „Die HNO-Klinik der MHH war mit ihrem Cochlea-Implant-Programm auf dem europäischen CI-Kongress führend vertreten.“.

Auch auf der 80. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., die vom 20. bis 24. Mai 2009 in Rostock stattfand, war das Team der HNO-Klinik der MHH zahlreich vertreten. Mit insgesamt 49 Vorträgen von etwa 752 Beiträgen stellte das Team acht Prozent des gesamten Programmes.

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Abstractband zur Veranstaltung "XI. Hannoverscher Cochlea-Implantat Kongreß 2009: "Individualisierte, qualitätsgesicherte Therapie mit Cochlea-Implantaten und anderen Hörsystemen"vom 07.-09.05.2009 

download Abstractband
 

Otology Update 2009
12th Course on Ear and Temporal Bone Surgery

Vom 24. bis 28. März fand in Hannover der 12. internationale Operationskurs für  Ohr-Chirurgie mit praktischen Übungen statt. 24 Teilnehmer aus Albanien, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Rumänien, Russland, und Saudi-Arabien konnten sich sechs Tage lang über die neuesten OP-Techniken informieren. Während immer eine Hälfte der Teilnehmer an Live-OPs die OP-Strategien internationaler, renommierter HNO-Chirurgen kennen lernen konnten, hatte die andere Hälfte die Gelegenheit, Übungen an Felsenbeinen vorzunehmen. Danach wurde getauscht. Zudem wurden Vorträge zu sämtlichen Fachgebieten der Ohr-Chirurgie gehalten. Themen waren unter anderem: Mittel- und Innenohrimplantate wie Cochlea-Implantate oder BAHA, Hirnimplantate wie ABI (Auditory Brainstem Implant) und AMI (Auditory Midbrain Implant), Aukustikusneurinom, Stapesplastiken und Missbildungen.

„Die Attraktivität dieses Kurses liegt darin, dass er weltweit einzigartig ist, was das umfassende Angebot, die Möglichkeiten für praktische Übungen und das internationale Renommé der Operateure aus Europa, Israel und USA betrifft“, betont Prof. Prof. h.c. Dr. med. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik der MHH.

 

Workshop und Symposium „Vibrant Soundbridge“ 20. - 21. Februar 2009

Rund um das teilimplantierbare Hörsystem Vibrant Soundbridge ging es in dem Workshop und Symposium gesponsert von dem Hörsystem-Unternehmen Med-EL. Mit mehr als 100 Implantationen seit 1997 verfügt die HNO-Klinik der MHH über jahrelange Erfahrung mit Vibrant Soundbridge. Etwa 160 Teilnehmer, darunter zahlreiche aus Nord- und Südamerika, informierten sich ausführlich über sämtliche Aspekte des Mittelohrimplantats, das sich vor allem für Patienten eignet, die unter einer Schallleitungsschwerhörigkeit leiden und eine Alternative zu herkömmlichen Hörgeräten suchen.

Die zweitägige Veranstaltung umfasste die komplette Darstellung aller Untersuchungsmethoden der chirurgischen Technik und der postoperativen Anpassung. Auf dem Programm standen am ersten Tag neben Live-Operationen diverse Workshops zu den Themen präoperative Diagnostik, Wahl geeigneter Patienten sowie sämtliche weiteren medizinischen und technischen Kriterien von Vibrant Soundbridge. Am zweiten Tag hörten die internationalen Teilnehmer im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums Vorträge hochkarätiger Referenten aus aller Welt.

„Wir konnten einmal mehr einem internationalen Publikum unsere Leistungsfähigkeit bei der Neuentwicklung von Therapieformen für schwerhörige Patienten unter Beweis stellen und dabei auch auf eine große klinische Erfahrung zurückgreifen“, erklärt Prof. Dr. med. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik der MHH.

 

Prof. Lenarz zu Gast bei der Cochlear-Implant-Selbsthilfegruppe Ruhrgebiet West
CI-Experte informierte über die neusten Entwicklungen

Am 18. Oktober 2008 fand das diesjährige Treffen der Selbsthilfegruppe Cochlear Implant Ruhrgebiet West statt. Gastgeber waren die Eheleute Ingrid und Hans Jürgen Meißner, in deren Räumen die Veranstaltung durchgeführt wurde. Die Gastgeberin selbst ist Patientin an der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie im Jahr 1995 von Prof. Thomas Lenarz mit einem Cochlea-Implantat versorgt wurde.

Zusätzlich zu einem regen Gedankenaustausch informierte der CI-Experte über die  neuesten Entwicklungen auf dem Cochlear-Implant-Sektor. Dabei standen die Themen Hybrid-Versorgung bei Hochtontaubheit, CI-Versorgung bei einseitiger Ertaubung, neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Hirnstammimplantate und der auditorischen Mittelhirnimplantate sowie der bilateralen Versorgung bei Kindern im Fokus. Ergänzt wurden die Ausführungen durch Jörg Osskopp, Vertriebsmitarbeiter der CI-Firma Cochlear, zu dem knochenverankerten Hörgerät BAHA.

Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, die dem Informationsaustausch und dem geselligen Beisammensein gleichermaßen diente.

CI-SelbsthifegruppeCI-Selbsthifegruppe

 

„Vom Auditory Valley zur Auditory World – Hören was die Zukunft bringt”
Berlin/Oldenburg, 26.08.2008


>> DownloadPressemitteilung vom 26.08.2008

Nährere Informationen zum Auditory Valley unter:
www.innovatives.niedersachsen.de
www.hoertech.de

     
Ohr patient patient
Präsentation des Spitzenclusters "Auditory Valley: Hören in Niedersachsen" in Berlin Clusterpartner Fr. Sennheiser (li.), Hr. Prof. Dr. J. Sennheiser (Sennheiser electronic GmbH & Co. KG), Mitte), Hr. M. Kind (KIND Hörgeräte)

Moderatorin Fr. A. Genius (NDR)

patient patient uni
Prof. Dr. K.-H. Brandenburg (Institut für Digitale Medientechnik Ilmenau) Hr. L. Stratmann (Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur) Prof. Dr. Th. Lenarz (MH Hannover, li.), Prof. Dr. Dr. B. Kollmeier (Hörzentrum Oldenburg)
uni patient patient
Prof. R. Probst (Universität Zürich, li.), Prof. J. Sennheiser (re.) Hr. Prof. Dr. J. Sennheiser

Hr. M. Kind

patient patient patient
Dr. W. Brinker (EWE AG) Prof. Dr. Th. Lenarz

"Vom Auditory Valley zur Auditory World - Hören, was die Zukunft bringt."

patient    
Prof. Dr. Dr. B. Kollmeier (li.), Prof. Dr. Th. Lenarz (re.), Hr. L. Stratmann (vorne)    
     
> Neues zum Cochlear Implant-Programm in Hannover

Das weltweit größte Cochlear Implant-Programm an der Medizinischen Hochschule Hannover präsentiert sich zum 1.Mai 2008 mit neuer personeller Leitungsstruktur. Zu diesem Termin übernimmt Dr. Andreas Büchner, der bereits seit längerem die technische Leitung des Hörzentrums Hannover innehat, vollständig die technische Leitung des gesamten Cochlear Implant-Programms. Damit ist nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Rolf-Dieter Battmer aus dem Cochlear Implant-Programm die Kontinuität in der Patientenbetreuung und der Forschung gewährleistet.

Dank der bereits seit vielen Jahren ausgeübten Leitungsfunktion im Hörzentrum Hannover konnte Büchner bereits seit Anfang des Jahres schrittweise die Aufgaben von Prof. Battmer übernehmen. Battmer ist zum 1. Mai aus der Betreuung der Cochlear Implant-Patienten an der Medizinischen Hochschule Hannover ausgeschieden, um sich in Berlin zukünftig voll und ganz der Forschung auf dem Gebiet der biomedizinischen Technik zu widmen. Damit verlagert sich sein Arbeitsschwerpunkt von der Patientenversorgung zur Wissenschaft.

Das Cochlear Implant-Zentrum an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde seit den ersten Implantationen im Jahr 1984 systematisch ausgebaut und erweitert und ist heute das weltweit größte und sowohl klinisch als auch wissenschaftlich führende Zentrum seiner Art. Durch die systematische Weiterentwicklung in der Patientenversorgung in enger Anbindung an Wissenschaft und Forschung sowie durch die enge Kooperation mit den Herstellerfirmen konnte die Qualität der Patientenversorgung kontinuierlich verbessert und auf international höchstes Niveau gebracht werden.

Dank des lückenlosen Überganges der Arbeitsfelder auf Dr. Büchner ist die Fortführung und Weiterentwicklung dieser qualitativ hochstehenden Patientenbetreuung voll umfänglich garantiert. Die unseren Patienten bereits bekannten Mitarbeiter werden sich weiterhin mit vollem Einsatz um eine optimale Betreuung und medizinische Versorgung unserer Patienten kümmern.

Wir dürfen Prof. Dr. Battmer an seinem neuen Wirkungsort auch ohne Patientenarbeit viel Erfolg und alles Gute wünschen.

Prof. Dr. med. Th. Lenarz
Direktor der HNO-Klinik

 
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Hier können Sie die Infomationsbroschüre
"Hören mit High_Tech" downladen.


PDF PDF-Datei (3 MB)

Hören mit High-Tech
Eindrücke zur Veranstaltung
„Patientenuni“, Dienstag, 15. 4. 2008

J. (14 Jahre) wurde im ersten Lebensjahr mit einem Cochlea-Implantat aufgrund seiner Gehörlosigkeit versorgt. Mittlerweile geht J. auf ein Gymnasium mit seinen normal hörenden Klassenkameraden aus der gleichen Stadt. Sein Berufsziel, Elektrotechniker, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich erreichen und seinen Platz in der hörenden Gesellschaft mit Selbstbewusstsein und Ideenreichtum ausfüllen.

Hörstörungen sind bei weitem kein Einzelfall. 20% der deutschen Bevölkerung leidet unter Hörstörungen. Ein bis zwei neugeborene Kinder von 1000 Neugeborenen kommen vollständig gehörlos zur Welt. Die häufigste Ursache für diese Arten von Schwerhörigkeiten liegen in defekten feinen Zellstrukturen (sog. Haarzellen) im Innenohr. Intakte Haarzellen produzieren Geräusche, die allerdings sehr leise sind. Komplizierte Mikrofontechnik macht es möglich, diese Geräusche akustisch zu messen. Aus einem ursprünglich komplexen Messaufbau ist in den letzten Jahren ein automatisiertes Verfahren entwickelt worden, welches eine Ja/Nein-Antwort bei vorhandenem respektive nicht vorhandenem Hörvermögen produziert. Die Messgeräte haben ein Taschenformat.

Die Herausforderung für die Medizintechnik besteht darin, ähnlich komplexe therapeutische Möglichkeiten zu entwickeln, die intelligente hochkomplexe Technik in ein geringes und kosmetisch akzeptables Format bringen. Es gibt unterschiedliche Hörsysteme: Hörsysteme, die als intelligenter Lautsprecher dienen, oder Hörsysteme, die als elektrische Stimulation des Hörnerven funktionieren (Cochlea-Implantat).

Der Grad einer Hörminderung ist davon abhängig, wie viele Haarzellen geschädigt sind und somit wie viele restliche Haarzellen zur Verfügung stehen, um aus mechanischer Schwingungsenergie elektrische Signale für den Hörnerven zu produzieren. Hörgeräte stimulieren im Falle von einem zunehmenden Verlust dieser Haarzellfunktion die verbleibenden funktionierenden Haarzellen in verstärktem Maße. Dadurch wird ein verbessertes Hören respektive Sprachverstehen erreicht. Trotz dieser komplexen Technologie sind bereits jetzt miniaturisierte Formen in kosmetisch ansprechendem Design möglich.

Ein Cochlea-Implantat besteht aus zwei Komponenten: einem inneren Teil, dem so genannten Implantat mit Elektrode, und einem äußeren Teil, dem so genannten Sender und dem Sprachprozessor. Die Herausforderung besteht nun darin, Elektroden für den inneren Teil zu entwickeln, die die Hörschnecke möglichst nicht schädigen, um nicht sekundär eine Hörnervendegeneration (Absterben) zu provozieren

Auf der anderen Seite besteht die Herausforderung bei dem äußerlich zu tragenden Überträger und Sprachprozessor darin, mit möglichst wenig Energie eine komplexe Datenmenge zu übermitteln. Es müssen komplexe Sprachverarbeitungsstrategien entwickelt werden, die über eine begrenzte Anzahl von Elektroden ein sehr komplexes elektrisches Muster an den Hörnerven zur Vermittlung an das Hörgehirn weitergeben. Cochlea-Implantate werden in der HNO-Klinik der MHH seit über zwanzig Jahren nun implantiert.
Es konnte in der Vergangenheit gezeigt werden, dass aus der Grundlagenforschung wesentliche Impulse für die Elektrodenentwicklung erarbeitet wurden. Gleiches gilt für die Herstellung und Entwicklung von Sprachverarbeitungsstrategien. Mittlerweile wird bei der Entwicklung von Sprachverarbeitungsstrategien durch Ingenieure und Informatiker auch auf so genannte virtuelle Kanäle zurückgegriffen. Hierdurch erhöht sich die Zahl der stimulationsfähigen Kanäle auf den Hörnerven auf ein fast unendliches Maß. Eine weitere Herausforderung wird es nun sein, mit entsprechend geringem Energieaufwand eine feine Trennschärfe zu erarbeiten, ohne dass der Hörnerv dauerhaft überfordert und somit geschädigt wird.

Freizeittechnologie wie MP3-Player oder Mobiltelefone scheinen sich in der Entwicklung mit Medizinprodukten, insbesondere mit Hörsystemen, gegenseitig zu befruchten. Technologietransfer und Erfahrungsaustausch zwischen der Unterhaltungsindustrie und der Medizinproduktindustrie führen zu einer komplexen und sehr phantasievollen Möglichkeit, Schwerhörigkeit zu kompensieren.

Das Hörzentrum Hannover der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) integriert für die Patienten die Versorgung mit der Grundagenforschung und der Weiterentwicklung der Operationstechniken und der Medizintechnik. Durch die enge Zusammenarbeit mit Herstellerfirmen im Bereich des Hörens wird das Hörzentrum für Niedersachsen auch ein Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Produkte. Patienten mit einem hohen Anspruch an ein gutes Hörvermögen haben über das Hörzentrum den Zugang zu modernsten technischen Entwicklungen. Auch die Verfügbarkeit neuester Versorgungsstrategien an der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover bzw. im Hörzentrum Hannover ist ein Vorteil, den die Patienten zu schätzen wissen.